40 Jahre Startloch

40 volle Jahre Startloch, wie konnte das geschehen? Hier Gedanken eines Zeitgenossen:

 

Hallo, ich bin Jörn Stronkowski, feiere heute nicht meinen 40. Geburtstag, bin aber mittlerweile 26 Jahre hier im Startloch tätig.

 

1975 das Geburtsjahr vom Startloch, wer erinnert sich an dies Jahr, wahrscheinlich nicht einmal die Hälfte der hier Versammelten.

Daher jetzt mein Versuch einen kleinen Rückblick in die 70er und die Vibrations von damals zu starten.

1975 – das endgültige Ende des Vietnamkrieges.

  • Drew Barrymore, David Beckham, Angelina Jolie, Tiger Woods, 50 Cent und Ralf Schuhmacher wurden geboren.
  • Niki Lauda gewinnt die Formel 1
  • Borussia Mönchengladbach wurde Deutscher Fußballmeister
  • Eintracht Frankfurt DFB-Pokal-Sieger und…..
  • Der HSV stieg nicht ab

Für ihren Song Bohemian Rapsody produziert die Rockgruppe Queen ihr erstes Musikvideo.
Steven Spielberg erobert mit dem „Weißen Hai“ die Kinoleinwände

Die Songs in den deutschen Charts die seinerzeit im Radio, auf Schallplatte und Tonband zu hören waren hießen:

  • Autobahn von Kraftwerk ,
  • Er gehört zu mir – Marianne Rosenberg,
  • Action – Sweet,
  • SOS – Abba,
  • Griechischer Wein – Udo Jürgens,
  • Sailing Rod Steward
  • Paloma blanca von der George Baker Selection

 

1975: Die Raumfähren Sojus 19 und Apollo 18 läuteten mit ihrem „Rendezvous im All“ weltweit ein Klima politischer Entspannung ein, von dem auch Rahlstedts Jugendliche, linke Politrocker profitierten.

Das Volljährigkeitsalter in der BRD war kaum von 21 auf 18 Jahre heruntergesetzt, da ergriffen eben genannte auch schon die Chance, ihre kurzerhand erworbene Geschäftsfähigkeit mit der Gründung des Vereins zur Förderung der kulturellen und politischen Bildung der Jugendlichen in Rahlstedt e.V., so heißt unser Verein heute noch, zu besiegeln.

Federführend waren es die Jusos und die SDAJ, die damit den Grundstein für eine selbstverwaltete Kaderschmiede legten, Räume für ein Jugendzentrum forderten und diese auch erkämpften.

ARD und ZDF berichteten, wie Ortsamtsleiter Mietsch (SPD) die Kellerräume des alten Ortsamtes als „Startloch“ an die Jugendzentrumsbewegung in Rahlstedt übergab.

Startloch, wie kommt man nun darauf seinem Jugendtreff einen solchen Namen zu geben?

Startlöcher waren seinerzeit die Kuhlen aus denen die Sportler zum Sprinten gestartet sind. Man war eben der Meinung mehr als ein Loch aus dem gestartet wird, geben die Kellerräume des alten Ortsamtes nicht her. Man versprach sich langfristig eine angemessenere Herberge für die Jugend.

Die Startlocher, damals hießen Sie Olaf, Detlev, Gerhard, Siegmar aber auch Helmut, Angela oder Uschi ….und die haben nicht nur konstruktive Diskussionen geführt! Auch die haben Mist gebaut, sind über die Stränge geschlagen, haben Wachtmeister provoziert und wer weiß noch was, oder Joschka?

Manch einer hat Glück gehabt, Räume oder Ansprechpartner in der Jugendarbeit gefunden und ist dabei gut ‘rausgekommen. Jedoch es gibt Gerüchte, wonach Andere wiederum ihrer dunklen Seite nachgegeben und nach Macht gestrebt haben. Die verzapfen heutzutage viel folgenreicheren Mist, versenken Millarden und verteilen die Kohle nach oben… Elbphilharmonie, Olympia!

Sie machen es der heutigen Jugend schwer sich vielfältig orientieren zu können und kürzen wie der fiese Detlev, 2013 kurz mal 10 % Kürzungen in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und seine Behörde denkt sich pausenlos neue Abfragen, Formulare und Kennzahlen aus, die uns von der Arbeit mit den Kids abhalten. Pfui, Bäh!

Der Weg des Startlochs war allerdings auch früher schon gezeichnet von Gegenwehr und Intrigen aus politischen Lagern, nur damals kamen diese von der CDU. – Fieser Detlef – Mieser Olaf

Es gibt eben immer solche und solche,

aus dem einen wird Etwas – aus dem anderen mehr

……und liebe Eltern, das meine ich jetzt nicht ironisch, vielleicht heißen in 30 Jahren unsere Kanzler, Minister, Bürgermeister oder Senatoren ja auch – Chantal, Celine, Dennis, Justin oder Kevin…..

Geben wir die Hoffnung nicht auf, dass Sie es eines Tages besser machen!

Namen sind Schall und Rauch, selbst ist der Mensch im Startloch und gut!

Zu erwähnen was Startloch heißt und dies in seiner Gänze repräsentieren zu wollen, wäre hier in den nächsten 8 Stunden nicht möglich, daher ein paar weitere kurze Rückblicke in die facettenreiche Historie des Hauses im Anschluss an die Gründerjahre.

In den 80ern waren es Punks, die das Startloch dominierten, Paranoia und E-605 spielten die Musik, die auf Startlochkonzerten zu hören war. Mit ihrer bunten Gefolgschaft lösten Sie bei den Nachbarn aber auch ehrliche, blanke Angst aus.

 

Das Startloch machte sich nach einem Brandanschlag auf den Treff in der Kielkoppelstraße auf den Weg in das Herz von Rahlstedt Ost und bezog 1984 diese Räumlichkeiten, die bis heute das gute Haus ausmachen.

Hier befanden sich zunächst eine Teestube, ein Übungsraum, ein Tagungsraum, ein Fotolabor, ein Mädchenraum und ein Veranstaltungsraum. Regelmäßig fanden eine Kriegsdienstverweigerergruppe, eine Mädchengruppe, eine Kulturgruppe, eine Plakatgruppe, eine Planungsgruppe, eine Nachhilfegruppe und eine Sport- und Spielgruppe statt.

Konzerte und Musik war das, was auch in den 90er Jahren das Startloch neben der Treffpunkt- und Stadtteilarbeit ausmachte. Es gab Open Air Festivals auf der Wiese neben dem Rahlstedter Hallenbad und monatliche Konzerte im Diskoraum. Nebenbei siedelten sich erste Sprayer und HipHopper im Startloch an und unsere 1. Halfpipe wurde in Eigenarbeit erstellt.

Auch Konflikte und Spannungen zwischen den Jugendszenen im Stadtteil prägten das Bild der 90er Jahre. Um der Antifa – Rahlstedt sowie zahlreiche HSV – Hooligans – beide Gruppierungen hatten ihren Treffpunkt im Startloch – sowie ausländischen Jugendlichen der Asylbewerberunterkunft Kielkoppelstraße eine Begegnung vor allem aber auch  ein sportliches  Ventil zu geben, veranstaltete das Startloch in diesen Jahren regelmäßig den UROFA Cup (United Rahlstedt – Oster Football Association).

Was seinerzeit an integrativer Leistung erbracht wurde, um die Antifa und Hooligans in einem Hause in ein demokratisches, menschenwürdiges Handlungskonzept einzubinden, war pädagogische Schwerstarbeit und in Hamburg einzigartig.

 

Anfang des 2. Jahrtausends ging man im Hause dazu über die Love Parade für Rahlstedt zu organisieren, den Rahlstedt-Move sowie auch alljährlich ein Stadtteilfest für Rahlstedt-Ost, weiterhin mit viel Konzertaktivitäten.

Im sozialpädagogischen Bereich wurden 2003 die Angebote im Stadtteil  um das Projekt Jungengruppe Starladin erweitert, dort arbeiten heute zwei hauptamtliche männliche Kollegen, Lars Schmeißer und Thomas Hanke, mit verschiedenen Gruppen für Jungen im Alter von 7 – 14 Jahren.

An dieser Stelle möchte ich dann auch Karin von der Linde und Roman Scholze erwähnen, die den traditionsreichen Offenen Treff im Jugendzentrum Startloch leiten. Auch die Mädchenarbeit, die in unterschiedlichsten Ausprägungen einen großen Raum in unserem Haus einnimmt sei hier erwähnt und obliegt Karin von der Linde in glanzvoller Ausführung.

Tanzen, Reiten, Basteln, und Musizieren – Fraro, Silja, Steffi, Yvonne, Alina, Emilys, Karen und Michael, ohne Euch gäbe es  höchstens das halbe Programm!

Am Wochenende bieten wir ein Familienfrühstück an, um ein Angebot auch direkt an Eltern zu richten. Neben verschiedenen Gruppen, Kinder- und Jugendkulturfesten wie z.B. Chill dich schlau und Plansch & Play gibt es Jugendreisen und Ferienprogramme, Musik- Sport- und Spielangebote, teilweise auch in Kooperation mit anderen Mitstreitern der Jugendhilfe und Schulen.

Beim Stichwort Kooperation erwähne ich gern auch noch einmal die, mit deren Hilfe wir heute hier feiern. Die GBS Radau der Rudolph-Ballin-Stiftung, der Baui Rahlstedt-Ost, das KiFaZ Großlohe, Familienhelden und Pro Quartier. Wir feiern gemeinsam mit Rahlstedt-Ost das Jubiläum von Straso Rahlstedt Schlupfloch-Krisenwohnung und Jugendzentrum Startloch, wünschen Euch viel Spaß mit den weiteren Beiträgen von der Bühne, an den Ständen und aus Eurem Portemonnaie.

Vielen Dank an unseren Vorstand Michael, Robert, Dirk und Stephan sowie an alle Sponsoren dieses Festes, insbesondere dem Bezirksamt und der SagaGWG.

 

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